1925 - 1929


Leibesübung ist Dienst am Vaterlande“, lautete der Wahlspruch des Reichspräsidenten von Hindenburg, den er anlässlich seines 80. Geburtstages am 2. Oktober 1927 an die sporttreibenden Vereine ergehen ließ. „Aus dieser Erkenntnis heraus erwuchs auch in der Wiesbadener Polizeibeamtenschaft bereits im Jahre 1925 der Gedanke, in den Reihen der Kameraden Leute zu finden, die sich der Sportbewegung anschließen und die Gründung eines Polizeisportvereins zustande bringen möchten“.

So gab im Januar 1925 während der sportlichen Berufsausbildung in der Turnhalle des Turnerbundes in der Stiftstraße der damalige Polizeihauptwachtmeister Erhard die ersten Anregungen zur Gründung eines Vereins. Eine „provisorische Kommission, bestehend“ aus den Polizeibeamten Walter Sternberger, Josef Kindsvogel, Walter Steinheimer, Albert Langemann, Hermann Maus, Bernhard Neudecker, Oskar Jeck und Eduard Erhard erhielt die „Ermächtigung, die Vorarbeiten für den Aufbau eines Sportvereins in die Wege zu leiten“. Nachdem verschiedene Formalitäten bei der vorgesetzten Dienstbehörde erledigt waren, wurde für den 16. Februar 1925 zur Gründungsversammlung eingeladen. 41 aktive und 30 inaktive Mitglieder kamen und gaben dem neuen Verein den Namen Polizeisportverein Wiesbaden. Nachdem die Satzung beschlossen war, wurde der Vorstand gewählt. Gründungsvorsitzender wurde der Kamerad Erhard; zum 2. Vorsitzenden wählte die Versammlung den Kameraden Neudecker. Es ist bedauerlich, dass alle weiteren Unterlagen wie Gründungsprotokoll oder Eintragung in das Vereinsregister den Wirren des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen sind. Doch eines ist überliefert: Es konnten ausschließlich Polizeibeamte Mitglied im Polizeisportverein werden.

Zunächst wurde eine Handballabteilung mit nach und nach drei Herrenmannschaften ins Leben gerufen. Das erste offizielle Training fand am 4. März 1925 statt. Kaum vier Wochen später kam es zum ersten Freundschaftsspiel auf dem Sportplatz an der Nikolasstrasse gegen den Sportverein Wiesbaden. Der Polizeisportverein verlor mit 3:5. Doch schon im zweiten Spiel in Weisenau konnten „nach einem schönen und ritterlich durchgeführten Kampfe unsere jungen Sportler mit dem Resultat 9:1 als Sieger zurückkehren“.

An dieser Stelle ist es notwendig und bestimmt auch richtig, dass aus der Festschrift zum 4jährigen Bestehen des Vereins zitiert wird: „Dienstliche Schwierigkeiten, verursacht durch die damaligen separatistischen Bestrebungen, stellten sich der Weiterentwicklung des Vereins erschwerend in den Weg, aber dessen ungeachtet fand die Aufwärtsbewegung sowohl in sportlicher als auch in allgemeiner Hinsicht in stetem Maße statt“. Nach einem Jahr konnte die junge Handballmannschaft „infolge ihres regen Trainings“ in die Reihe der „Ligamannschaften“ aufsteigen. „Auch die Wahl des inzwischen von der Ausweisung zurückgekehrten Herrn Polizeimajors Rullich als erster Vorsitzender, wirkte sich auf die Spielmannschaften, welche sich auf zwei erhöht hatten, in erfreulicher Weise aus“.

Bereits im Frühjahr 1926 hatte sich die Zahl der Mitglieder des Polizeisportvereins auf 120 erhöht. Dies wurde als Beweis dafür angesehen, dass die Lebensfähigkeit des PSV trotz aller Schwierigkeiten gesichert ist. Die sportliche Bilanz 1926 konnte sich sehen lassen. Die 1. Handballmannschaft sicherte sich den Verbleib in der Liga, die 2. Garnitur war Spitzenreiter in ihrer Klasse und wurde Pokalmeister im Bezirk Nassau. Und es wurde eine Schwimmabteilung gegründet. Sie „fand regen Anteil und eine große Anzahl von Schwimmschülern konnten sich freischwimmen, ein Fortschritt für die Berufsausbildung der Beamten, der sich in jeder Hinsicht bewähren wird“.

Im Frühjahr 1927 gab es einen Wechsel in der Führung des Vereins. Polizeimajor Rullich trat in den Ruhestand. Ihm folgte der Polizeimajor von Kropff, „dem es infolge seiner reichen Erfahrungen in sportlicher Beziehung in ganz hervorragendem Maße gelang, das angefangene Werk weiter auszubauen“. So meldeten sich die Damen zu Wort und bildeten eine Handballmannschaft; der Faustball fand seinen Platz im PSV. Doch nach dreijähriger sportlicher Arbeit musste der Damenhandball „infolge Trainerschwierigkeiten, Mangel an sportlicher Betätigung während des Winterhalbjahres, Beschaffung einer Turnhalle, wieder aufgelöst werden“.

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